Walther Freist - Käte Straub - Förderpreis für Walderleben an Gert Habermann

Feierliche Preisverleihung am 4. Mai 2012 in Hannover

 

Im Rahmen der diesjährigen Tagung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Niedersachsen am 4. Mai 2012 verlieh die Stiftung Zukunft Wald (Landesforsten-Stiftung) erstmalig den "Walther Freist - Käte Straub Förderpreis für Walderleben" in Höhe von 2.000 Euro.

 

Stiftungsdirektor Franz Hüsing erinnerte an den Ursprung der SDW, ihre Hilferufe zum Aufforsten der Kahlflächen. Der Schüler Klaus Müller aus Wolfenbüttel bot sich und seine Wandervogelgruppe für die Pflanzzeit im Frühjahr 1948 seinem Onkel Walther Freist (Forstmeister in Walkenried) an. Frau Käte Straub (Ostflüchtling, Kriegerwitwe mit zwei Jungen, zuvor leitende Stellung, jetzt Waldarbeiterin) betreute die Jugendgruppe in einer Jagdhütte. So begann das erste Jugendwaldheim (47 gibt es heute in Deutschland). Frau Käte Straub wurde für Jahrzehnte die "Heimmutter". Erleben durch eigenes Tun in kleinen Gruppen, angeleitet von Waldarbeitern, das hat sich bis heute bewährt. Der Preis soll daran erinnern, dass "ein in dunkler Zeit angezündetes Licht bis heute leuchtet" (Professor Dr. Hans-Jürgen Otto).

 

In seiner Laudatio streifte Dr. Helmuth Freist (Sohn von Walther Freist) den Berufsweg des ersten mit dem neuen Preis Geehrten, Gert Habermann: Forsttechnik, Revierleitung, Aufbaustudium "Mensch-Umwelt", in Südniedersachsen zuständig für Ökologie, Naturschutz und Waldinformation, Aufbau des Regionalen Umweltzentrums Reinhausen, Geschäftsführer des Naturparks Münden (Engagieren vieler Helfer, vielseitiges Exkursionsprogramm, Erlebnispfade), fortgesetzt auch noch im Ruhestand, Vorsitzender der Ameisenschutzwarte Niedersachsen und bis heute Lehrausstellung lebender Ameisen. Die Vernetzung im Wald erlebbar machen, das war und ist das zentrale Anliegen von Gert Habermann. In jüngster Zeit konnten das 15 000 Schülerinnen und Schüler aus acht Schulzentren mit ihren Lehrkräften bei seinen Ameisenvölkern erleben (mehr erfahrbar: www.faszinations-ameise.de).

 

Ein Briefbeschwerer aus Lärchenholz (Baum des Jahres) verziert mit der eine Eiche pflanzenden Waldarbeiterin (50-Pfennig-Stück) wurde dem Preisträger von Frau Dr. Mechthild Freist-Dorr (Enkelin von Walther Freist) überreicht. Dieses Symbol verstanden besonders die teilnehmenden Angehörigen der Familie Straub.

 

Der Geehrte bedankte sich mit der Bitte an die heute für den Wald Verantwortlichen, insbesondere den anwesenden Minister Gert Lindemann, genügend alte Bäume zu erhalten, die für das vielfältig vernetzte Leben sehr wichtig sind. Die mit dem Preis verbundene Geldsumme will er für die Ameisen-Lehrausstellung im Gymnasium Große Schule in Wolfenbüttel verwenden.