Kommentar

Kinder müssen die Chance haben, Natur zu erleben

Wo geht die Sonne auf? Nur noch wenige Kinder sind heute in der Lage, diese Frage korrekt zu beantworten. Sie verlieren zunehmend den Bezug zur Natur sowie Wissen über grundlegende biologische Zusammenhänge. Ein Kommentar von Franz Hüsing, Direktor der Stiftung Zukunft Wald.

 

Bild: Franz Hüsing, Direktor der Stiftung Zukunft Wald.
Bild: Franz Hüsing, Direktor der Stiftung Zukunft Wald.

 

Die Distanz zur Natur wird für Kinder immer größer. Diesen traurigen Trend bestätigte der „Jugendreport Natur“, den unter anderem die Universitäten Köln und Marburg durchgeführt hatten. Dass die Sonne im Osten aufgeht, wussten nur 35 Prozent der 1.200 befragten Kinder und Jugendliche. Die Gründe dafür sind vielfältig: Alternative Beschäftigungsmöglichkeiten im Haus oder die räumliche Distanz in der Stadt zu Parks oder Wäldern. Der gemeinsame Nenner: Kinder und Jugendliche verbringen zu wenig Zeit in der Natur. Durch die heutige Tages- und Freizeitgestaltung bleibt zu wenig Raum, um im Wald zu wandern oder Buden zu bauen. Dabei sind solche Erlebnisse essentiell, um ein Naturbewusstsein auszubilden. Es ist daher sehr wichtig, Kindern die Gelegenheit zu geben, genau diese Erfahrungen mit allen Sinnen zu machen. Mittlerweile gibt es verschiedene Initiativen oder Projekte wie etwa die „Schulwälder gegen Klimawandel“ oder die „Niedersächsische Naturschutzwoche für Kinder“, die genau da ansetzten. Sie ermöglichen den Kindern und Jugendlichen schon in jungen Jahren einen regelmäßigen Zugang zur Natur. Dort packen sie mit an, gestalten aktiv mit und lernen spielerisch ökologische Zusammenhänge, in dem sie Bäume pflanzen oder die Tier- und Pflanzenwelt erkunden. Auch kommt das gemeinsame Erleben nicht zu kurz. Diese Aufenthalte im Freien sind in mehrfacher Sicht wertvoll – ganz allgemein als Bewegungsausgleich zum Sitzen, aber vor allem für die Umweltbildung und um das Naturbewusstsein zu fördern.