Nach tödlichem Unfall des Muttertiers: Vier Wildkatzenjunge gerettet

Am 3. Juni hat ein Jäger des Forstamtes Seesen vier Wildkatzenjunge nahe der B82 gerettet. Ob die kleinen Streuner zu einer zuvor aufgefundenen überfahrenen Wildkatze gehören, ist noch unklar.

 

Glück im Unglück: Nachdem dem Fund einer überfahrenen Wildkatze am 30. Mai nahe der B82, hat ein Jäger des Forstamtes Seesen einige Tage später vier junge Wildkatzen aufgefunden: drei Katzen und ein Kater. Dabei handelt es sich vermutlich um die Säuglinge der zuvor gefundenen Wildkatze. Nach Rücksprache mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde hat der Jäger die Tiere vorerst in die Obhut von Julian Syldatk, Revierförster der Försterei Riesberg, übergeben. Dort bekamen die kleinen Streuner eine Erstversorgung mit Wasser und durften sich in einem mit Ästen und Tannenzapfen ausgestatteten Karton ausruhen. Der verständigte Tierarzt verabreichte ihnen eine Aufbauspritze mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. „Alle vier erfreuen sich wieder bester Gesundheit. Sie haben sogar bereits an Gewicht zugelegt“, teilte der Naturschutzbund Deutschland am 06. Juni mit. Um die Verwandtschaft zu dem überfahren aufgefundenen Tier zu bestätigen, erfolgt derzeit eine Genanalyse. Die Wahrscheinlichkeit der Mutterschaft ist allerdings aufgrund des räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs sehr groß. Für das flauschige Quartett bedeutet dies, ohne ihre Mutter aufzuwachsen. Für einen guten Start in ihr noch junges Leben sorgen jetzt die Experten des Artenschutzzentrums in Leiferde.

 

Wildkatzen sind keine Haustiere

 

Generell raten Experten davon ab, wilde Jungtiere aufzunehmen. Oft verwechseln Spaziergänger auch Wildkatzen mit normalen Hauskatzen. Doch diese sind echte Wildtiere und verhalten sich anders als ihre domestizierten Artgenossen. Daher gilt als wichtiger Hinweis für Tierfunde: Wildtiere nur von Profis aufziehen lassen, da sie besonderer Sensibilität bedürfen. Des Weiteren sei vor falscher Fürsorge gewarnt: Meist kommen Elterntiere, auch nach längerer Abwesenheit, zu ihren Jungtieren zurück. In diesem Fall ist das Handeln jedoch aufgrund des Fundes des überfahrenen Muttertiers zuvor berechtigt gewesen. Durch die gute und vor allem schnelle Zusammenarbeit mit dem NABU-Artenschutzzentrum steht einer vollständigen Genesung der kleinen Wildkätzchen nichts im Wege. Sobald sie vollkommen selbständig sind, werden sie ausgewildert und in die freie Natur entlassen.