Paten aus der Region sichern erfolgreiche Auswilderung von Wildkatzenwaisen

Nach dem Fund von vier verwaisten Wildkatzenjungen im letzten Sommer, haben sich die Jungtiere im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde gut entwickelt. Tierfreundliche Paten aus der Region übernahmen mit Spenden die Pflegekosten. Eine schrittweise Auswilderung sichert den Wildkatzen den Weg in die freie Wildbahn.

Bildquelle: NABU-Artenschutzzentrum Leiferde
Bildquelle: NABU-Artenschutzzentrum Leiferde

 

Im Sommer 2017 hatten Jäger im Revier des Forstamtes Seesen die kleinen Wildkätzchen gefunden und dort zur Versorgung dem Artenschutzzentrum Leiferde übergeben. Seitdem haben sich geschulte Pfleger artgerecht um die kleinen Findelkinder gekümmert. Von Anfang an stand dabei die Wiederauswilderung der vier Waisen als Ziel fest. So sollten sie sich nicht zu sehr an die Nähe von Menschen gewöhnen und zu ihrem späteren Schutz ihre natürliche Scheu beibehalten. Um für die Gesamtkosten von rund 7.500 Euro für die Versorgung der Jungtiere aufzukommen, hatte die Stiftung Zukunft Wald Paten gesucht, die finanziell unterstützen. „Die Resonanz war großartig. Uns haben viele Nachrichten sowie Spenden erreicht“, berichtet Franz Hüsing, Direktor der Stiftung Zukunft Wald. „Insgesamt 2.450 Euro sind zusammengekommen. Den Differenzbetrag für die Pflege der kleinen Wildkatzen übernimmt die Stiftung.“

 

 

 

Der Weg zurück in die Natur

 

Die erfolgreiche Auswilderung der fast ausgewachsenen Wildkatzen ist bereits so gut wie abgeschlossen. Der erste Kater ist seit Ende September zurück in der heimischen Natur. „Seit seiner Aufnahme im Artenschutzzentrum hat er sich gut entwickelt und sein Gewicht verzehnfacht. Wie für männliche Wildkatzen typisch hat er nach und nach territoriales Verhalten gezeigt. Ein Indiz dafür, dass der Zeitpunkt für die Auswilderung gekommen ist“, so Hüsing. „Für die ersten Schritte in der freien Natur unterstützt das Artenschutzzentrum die Wildkatzen mit einem kleinen Futterangebot, auf das sie im Notfall zurückgreifen können. Das gibt den Pflegern auch die Möglichkeit, ihre Fortschritte mittels Wildkamera zu überwachen.“ Zwei Katzen haben ihren Gang in die freie Natur im Dezember gemacht. Die Pfleger hatten sie im Gebiet Ringelaher Forst im Landkreis Gifhorn ausgewildert. Nur die kleinste der vier Wildkätzchen ist witterungsbedingt noch im Artenschutzzentrum in Leiferde. Das Ziel ist, sie zeitnah in die Eigenständigkeit zu entlassen. Allerdings hängt der passende Zeitpunkt für einen guten Start auch vom Wetter ab: Stürme sind zu gefährlich und bei starkem Schneefall haben es Wildkatzen schwerer, Futter zu finden.

 

 

 

Nachdem Wildkatzen im 18. Jahrhundert weitgehend ausgerottet waren, erholen sich die Bestände in Deutschland seit einigen Jahren. Die Stiftung Zukunft Wald setzt sich aktiv für den Schutz der Wildkatzen ein. Neben Förderprojekten unterstützt sie unter anderem über das Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel“ die Anpflanzung neuer Waldflächen. Diese sind ein wichtiger Lebens- und Schutzraum für die Wildkatzen.